0176-62199443
Teilen auf Facebook   Link verschicken   Drucken
 

Es brennt - ein heißes Wochenende für die Führhundhalter und ihre Hunde!

26.06.2019

Ein wahrhaftig heißes Wochenende, damit waren nicht die Temperaturen gemeint, erlebten die Führhundhalter/innen mit ihren zwei und vierbeinigen

Begleitern anlässlich des mittlerweile dritten Freizeitwochenendes des Arbeitskreises der Führhundhalter, im

beschaulichen Lüdersfeld. 

 

Dort befindet sich das Restaurant "zum dicken Heinrich" mit dem angeschlossenen Hotel "Heinrichs Gästehof". Wie in den zurückliegenden Jahren, war das Team um

Inhaberin Kerstin Parno wieder top vorbereitet auf die Gruppe von 22 Personen mit ihren Hunden. Gab es zur

Anreise für die Zweibeiner Kaffee und Kuchen, so wartete für die 4beiner schon erfrischendes Nass in den Näpfen. Direkt danach konnten es die 4beiner auch nicht mehr abwarten, in die direkt hinter dem Restaurant liegende

Feldmark zu rennen. Schön, dass hier kein Auto fahren kann, kein Nachbar sich beschwert und ein toller Graben mit klarem Wasser direkt am Wegesrand entlangplätschert.

 

So konnten sich die Hunde erstmal richtig austoben. Beim leckeren Abendessen zogen es die Meisten von ihnen auch vor, in den gemütlichen Zimmern des Gästehofes von

Bewegung zu träumen, statt sich selbst zu bewegen.

 

Freizeitplaner Thorsten Naumann und der Assistent der AK-Leitung, Ralf Mittag, begrüßten die Teilnehmer und erläuterten den Ablauf des Wochenendes.

Steht hier doch wirklich die Freizeit mit dem Hund und der Austausch untereinander im Mittelpunkt.

 

Dieses Mal sollte es heiß werden, denn die direkt benachbarte Freiwillige Feuerwehr Lüdersfeld war Partner am Samstag.

 

Nach einem ausgiebigen Frühstück trafen sich die Teilnehmer in der großen Diele des Gästehofes. Diesen hatten die Kameraden und Kameradinnen der

Feuerwehr schon in einen "Unterrichtsraum" umgestaltet. Bänke an beiden Längsseiten ermöglichten allen Teilnehmern, auch alles mitzubekommen und das war eine ganze Menge, was die Feuerwehrkameraden unter der Leitung von Jan Peter Wehrhahn geplant hatten.

 

 Begonnen hat es, wie fast in jedem Unterricht, mit etwas Theorie. Es ging zunächst um den Aufbau der Feuerwehren und deren Aufgaben. Hier entstand schon ein reges

Frage- und Antwortspiel, was sich beim nächsten Thema "Absetzen eines Notrufes, Mitteilung aller nötigen und vorhandenen Informationen, Verhalten nach

dem Absetzen des Notrufes und der Frage - was passiert nachdem ein Notruf abgesetzt wurde" noch gesteigert werden konnte. Gerade das Melden eines Notfalls und das Verhalten in einem Notfall war für die blinden und sehbehinderten Teilnehmer interessant. Aber auch die Kameraden der Feuerwehr lernten, dass vieles für einen blinden Menschen gar nicht so einfach ist.

 

 Nach einer kurzen Verschnaufpause stand dann das Thema "Rauchmelder und Fluchtwege" auf dem Programm. Hier mussten die blinden und sehbehinderten

Teilnehmer gemeinsam mit den Feuerwehrkameraden schnell erkennen, dass hier ein großes Defizit herrscht.

Taktile Fluchtpläne? Fehlanzeige in 99 % der Fälle.

Hinweis auf Fluchtwege oder akustische Signale im Notfall - eine bestimmt Hilfreiche Erfindung.

 

Vor der Mittagspause begann dann der praktische Teil. "Feuerlöscher, Funktion, Verwendung und Bauarten". Alles wurde von den Kollegen der Feuerwehr erklärt und 

präsentiert. Wer hätte gedacht, dass es so viele unterschiedliche Geräte gibt, die auch zum Teil noch unterschiedlich funktionieren. Dies wurde immer

wieder beim Ertasten der Bedieneinrichtungen festgestellt. Nur eines durften die Teilnehmer jetzt noch nicht, die Feuerlöscher live ausprobieren. Dann hätten sie bestimmt Ärger mit der Chefin bekommen.

 

Die Mittagspause hatten sich alle Teilnehmer, egal, ob Zwei- oder Vierbeiner, verdient. Danach wurde es für die Hunde aufregend. Es kamen Feuerwehrleute in voller Ausrüstung mit Atemschutz in die Diele. Was für einen sehenden Menschen schon ein nicht alltäglicher Anblick ist, hört sich für einen blinden und sehbehinderten Menschen etwas nach Star Wars an. Die Hunde mit ihrem

sehr empfindlichen Gehör fanden diese Figuren zunächst nur merkwürdig und bellten sie an. Das legte sich nach einiger Zeit, da Herrchen und Frauchen sie ja auch

erduldeten. Es wurde auch die Kommunikation mit "Opfern" erklärt, dass aufgrund des Atemschutzes natürlich die Stimme völlig fremd klingt. Man kann

sich das ungefähr so vorstellen, als wenn jemand aus einem Brunnen ruft und das Ganze dann noch verrauscht ist. Auch konnten alle sehr ausgiebig die Schutzkleidung

der Feuerwehrleute ertasten.

 

Mittlerweile stand vor dem Gästehof nicht nur ein Feuerwehrauto, sondern schon ein zweites. Dieses gehörte der Werksfeuerwehr von Kali+Salz in Wunstorf und ist ein Feuerlöschtrainingswagen. Dieser ermöglicht es, verschiedene Brände zu simulieren. Denn außer der Theorie wollten die Feuerwehrleute den Teilnehmern

auch die Möglichkeit bieten, Feuer einmal selbst mit dem Feuerlöscher zu bekämpfen.

 

Es ist für eine blinde Person gar nicht so einfach, mit dem

Feuerlöscher die Flammen zu treffen. Damit der Parkplatz und die Teilnehmer nach der Übung nicht wie Schneemänner aussahen, waren die Feuerlöscher statt mit Pulver nur mit Wasser gefüllt. Auch wurden noch die Feuerwehrfahrzeuge ausgiebig besichtigt.

 

Und sind wir mal ehrlich, wer wollte nicht schon immer mal hinter dem Lenkrad eines Feuerwehrfahrzeuges sitzen.

 

Nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken endete dieser, für beide Seiten interessante Tag nicht ohne das Versprechen, das machen wir mal wieder.

 

 Auf die Teilnehmer wartete dann noch ein leckeres Abendessen, ein kurzweiliger Abend und am Sonntag ging es für die Meisten Teilnehmer nach dem Frühstück dann

schon wieder nach Hause, mit der klaren Erkenntnis, wenn ein Notfall vorliegt - dann 112 wählen - dann wird Ihnen auf jeden Fall geholfen.

 

 

Foto: Feuerwehrmann in Vollmontur